10 Punkte Programm

Hessen weiter führen - mit Erfahrung!

Mit unserem Zehn-Punkte-Programm haben wir ein Strategiepapier mit konkreten Anforderungen an eine adäquate und zukunftsgerichtete Seniorenpolitik erarbeitet.

10 Punkte der Senioren-Union Hessen

1 | Alter wertschätzen – Diskriminierung verhindern

Altersdiskriminierung als gesellschaftliche oder ökonomische Benachteiligung ist ein immer wieder auftretender Tatbestand. Benachteiligungen nur auf Grund des Lebensaltersmüssen unterbleiben. Die Gesetzgeber werden daher aufgefordert, geeignete Regelungen zu treffen. Denn gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel gilt es, die Potentiale derÄlteren besser und länger zu nutzen. Schließlich ist die ältere Generation mit ihrer Lebens- und Berufserfahrung ein gewinnbringender Bestandteil unserer Gesellschaft.

2 | Lebensgrundlagen sichern – Altersarmut verhindern

Die Inflationsentwicklung trifft Rentner hart. Oft wissen sie nicht, wie sie das tägliche Leben bezahlen sollen. Auch verhindern Unkenntnis, Scham und komplizierte Antragsverfahren,die Inanspruchnahme möglicher staatlicher Leistungen. Rentenanpassungen und staatliche Ausgleichszahlungen müssen daher dringend der Lebenswirklichkeit entsprechen. Auch sollten Pflegestützpunkte niederschwellige Beratung und Hilfe anbieten, ist es doch Aufgabe der allgemeinen Daseinsfürsorge, älteren Menschen ein würdevolles Leben zu ermöglichen und ihre gesellschaftliche Teilnahme zu fördern.

3 | Gute Pflege und Betreuung sicherstellen

Pflege muss bezahlbar sein und bezahlbar bleiben! Sie muss zudem flächendeckend sichergestellt werden. Allgemein braucht die Pflege mehr Wertschätzung: in der Heim-Betreuung als auch in der häuslichen Pflege. Pflegende Angehörige sollen besser und umfangreicher finanziell unterstützt, der Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtertwerden. Auch sollten innovative Techniken wie der bereits mögliche Einsatz von Pflegerobotern ausgebaut werden. Wir setzen uns für die Einführung des Landespflegegeldes und des Pflegewohngeldes ein.

4 | Zuverlässige Versorgung durch Ärzte und Apotheken

Zu den großen Sorgen gehört der Haus- und Fachärztemangel, gerade im ländlichen Raum. Die in Hessen eingeführte Landarztquote sehen wir als wichtigen Schritt bei der Beseitigung des Mangels. Auch für die Förderung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in unterversorgten Gebieten setzen wir uns ein, da sie Notstände beseitigen kann. Gemeindepfleger könnten künftig die niederschwellige Versorgung und Beratung von Patienten sicherstellen und Hausärzte entlasten. Auch das Apothekensterben soll bekämpft und die Verfügbarkeit von Medikamenten sichergestellt werden.

5 | Altersgerechtes Wohnen und Wohnumfeld ermöglichen

Es ist ein Stück Lebensqualität, bis ins hohe Alter in vertrauter Umgebung selbstbestimmt leben zu können. Wohnungspolitik muss deshalb darauf ausgerichtet sein, dass bei ständig steigendem Bedarf ausreichend bezahlbarer, seniorengerechter und barrierefreier Wohnraum zur Verfügung steht. Ebenso sollten weiterhin Mehrgenerationenhäuser als Orte der Begegnung gefördert werden, wie gemeinschaftliches Wohnen von Jung und Alt. Auf die Förderung geeigneter privater Bauinitiativen ist ein besonderes politisches Augenmerk zu legen.

6 | Ältere bei Digitalisierung mitnehmen

Digitale Teilhabe ist Teilhabe am gesellschaftlichen Leben; gerade die ältere Generation braucht hier jedoch Hilfe und Unterstützung. Digitale Erfahrungsorte, Kurse und Beratung müssen niedrigschwellig und lokal gut erreichbar sein. Zudem werden alle Behörden gebeten, Anlaufstellen einzurichten, bei denen auch weiterhin die Anliegen der Älteren persönlich aufgenommen werden und persönlich Auskunft und Rat gegeben wird. Jedes Alten- und Pflegeheim, jede Altenwohnanlage und jeder Tagestreff muss einen kostenfreien WLAN-Zuganganbieten. Das Konzept Di@-Lotsen soll weiterentwickelt und mit hauptamtlichen Kräften unterstützt werden.

7 | Sicherheit zu Hause und unterwegs fördern

Gerade bei älteren Menschen gehört Sicherheit zu den Grundbedürfnissen, betrifft sie doch einen großen Teil unseres Lebens. Daher fordern wir mehr Sicherheitskräfte und mehr Videoüberwachungen im ÖPNV und Fußgängerzonen, besonders in den Abendstunden. Verstärkte Polizeipräsenz im öffentlichen Raum ist ebenso notwendig, wie der intensivierte Einsatz von Senioren-Sicherheitsberatern. Um im häuslichen Bereich für mehr Sicherheit zu sorgen, setzen wir uns für den weiteren Ausbau des Bürger-Alarm-System ein.

8 | Barrierefreie Verwaltungsverfahren gewährleisten

Verwaltungsdienstleistungen, kulturelle Angebote und auch Angebote privater Dienstleister wie z.B. Banken müssen für alle Menschen problemlos zugänglich sein. Im gleichen Maße müssen digitale Angebote so gestaltet werden, dass sie problemlos auch von Senioren und beeinträchtigten Menschen genutzt werden können. Um die Barrierefreiheit auch in der Verwaltung weiter voranzubringen, fordern wir ausgebildetes Personal in den Verwaltungen und Bürgerbüros zur Hilfestellung bei digitalen Vorgängen. Für Anträge und Vordrucke sollen bundeseinheitliche, barrierefreie Erläuterungen angeboten werden.

9 | Mobilitätsangebote für ältere Menschen machen

Mobilität bedeutet Flexibilität, Selbständigkeit und Lebensqualität. Wer mobil ist, nimmt am öffentlichen Leben teil, pflegt Kontakte. Gerade für ältere Menschen ist sie daher ein wichtiges Thema und besonders im ländlichen Raum von entscheidender Bedeutung. Denn aufgrund der immer weiter fortschreitenden Zentralisierung von Einkaufsmöglichkeiten, ärztlichen Angeboten sowie Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, ist die Frage der Erreichbarkeit eine zentrale. Daher werden Angebote, wie z. Bsp. Ruf-Sammeltaxen von unsbegrüßt, auch im Sinne einer attraktiven Alternative zum Individualverkehr. Bahnhöfe und Bushaltestellen müssen barrierearm sein, Wartezonen verschattet werden.

10 | Einsamkeit bekämpfen im Alter

Einsamkeit, oft mit sozialer Isolation gleichgesetzt, ist zu einem wichtigen und viel diskutierten Thema geworden. Diesem muss dringend mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Aufklärung über Formen der Einsamkeit sind nötig, sowie der Ausbau offener Seniorenarbeit. Förderung von Kontakten, Teilhabeangebote und lebenslanges Lernen, auch ein freiwilliges Soziales Jahr können helfen und sollen unterstützt werden.